Todesstrafe – nein, danke

Es spielt keine Rolle, worum es geht. Kinderschänder, Amokläufer, Terroristen. Die Menschen der, ach so zivilisierten, Länder, wollen die Todesstrafe zurück.

Und jeder, der so denkt, danach brüllt, macht sich selbst zum Mörder, weil er nicht die Konsequenzen eines solchen Urteils bedenkt. Es gibt einen Trieb, der stärker ist alles alles – den Selbsterhaltungstrieb. Er schaltet jedes Denken aus, alle moralischen Schranken, die Menschen normalerweise davon abhalten, außer im Affekt, mit allen, aber auch allen Mitteln, ums nackte Überleben zu kämpfen.

Sun Hi, der große chinesische Stratege, merkte schon an, dass man einen Feind niemals, in eine Situation bringen dürfe, in der er keinen Ausweg mehr sähe, denn Menschen in totaler Verzweiflung werden zu Berserkern, die auf zu halten nur noch möglich ist, indem man sie tötet … und unter großen eigenen Opfern.

Nehmen wir ein fiktives Szenario. Ein Triebtäter. Lassen wir dabei mal außen vor, dass es hunderttausenden Menschen, die mit dieser Veranlagung, deren Ursprünge noch immer eher fiktiv sind, leben, gelingt, niemals im Leben straffällig zu werden (mir ist bewusst, dass es so ist). Gehen wir von jemandem aus, ders nicht geschafft hat. Auch wenn das kein Grund für mildernde Umstände ist – die meisten dieser Menschen sind keine Mörder. Sie suchen sexuelle Befriedigung, nicht den Tod des Opfers.

Das ist schlimm, entsetzlich, furchtbar, es zerstört das Leben des Opfers nachhaltig und es gibt keine Strafe, die dafür hart genug ist … außer der Todesstrafe.

Denn angenommen, der Betreffende wird in die Enge getrieben und weiß, wenn man ihn erwischt, wird er zum Tode verurteilt. Dann hat er nix mehr zu verlieren, Leute, NICHTS. Er wird erbarmungslos Menschen ermorden, darunter auch andere Kinder, er wird alles, aber auch alles tun, um sich einer Festnahme zu entziehen.

Und auch Täter, die von ihren Opfern gesehen wurden, werden diese unbarmherzig umbringen, um nicht entdeckt zu werden.

Ich stelle an dieser Stelle also mal die Frage (und das Recht nehme ich mir, ich habe selbst Kinder und Enkel):

Wenn es keine andere Option gäbe, was wäre Euch lieber? Ein missbrauchtes Kind oder ein totes Kind?

Denn genau diesen Unterschied wird in vielen Fällen die Todesstrafe machen.

Sperrt diese Leute weg, lasst sie nie und unter keinen Umständen wieer auf die Menschheit los. Lasst sie hart arbeiten für ihre Unterbringung – alles denkbar.

Aber tut uns und unseren Kindern einen Gefallen und treibt sie nicht in die Enge. Denn wer seine Zustimmung zu einem solchen Urteil gibt und seis durch Duldung, der macht sich selbst zum Mörder. Dessen sollte man sich, bei aller verständlichen Wut, bei aller Verzweiflung, immer bewusst bleiben.

Es geht hier niemals um das Leben nur eines Menschen, sondern immer um das vieler anderer.

Xela

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