Wie fängt man Kanarienvögel?

Oder auch – canary trap. woher der Begriff stammt, ist mit Wiki leicht zu recherchieren, daher lasse ich es hier mal dabei.

Da ich aber von Freunden, Bekannten und völlig Unbekannten, die ich nur so im Internet treffe, immer mal wieder gefragt werde, ob man nicht irgendwie rausfinden kann, welche der Webseiten auf denen man registriert ist, Daten weitergibt, hier mal einige praktische Anwendungen der Kanarienvogelfalle – im Web und auch rl.

Ich sags vorher – es ist eine grundlegend so simple Idee, dass jeder selbst drauf kommen könnte, aber die Dutzenden Anffragen beweisen, dass es da immer wieder der Aufklärung bedarf.

In dem zusammenhang gleich noch einige weitere Tips:

Zuerst Mail- und Adressdatenspam. Dem kommt man bei, indem man sich

1. Einen Wegwerfmailanbieter sucht. Auf Webseiten, die man voraussichtlich nur einmal oder sehr selten besucht und von denen man keine Post wünscht, gibt man eine solche Adresse an.

z.B. hier http://www.trash-mail.com/

Eine Anmeldung ist nicht nötig auf der Seite, wies geht, wird dort erklärt.

Dann kann man sich beruhigt nach hinten lehnen – ob der anbieter die Mailadresse weitergibt oder nicht, kann einem völlig egal sein.

2. Man sollte mehrere Freemailadresse haben, Anbieter gibts da ja wie Sand am Meer. Diese nimmt man für Seiten, auf denen man sich anmeldet, die man aber noch nicht kennt. Hier gilt – für jede Seite eine andere Adresse und sollte sich dort Mist anhäufen, weiß man auch den schuldigen.

3. Catch-all auf der Domain ausschalten. Wer eine eigene Domain und die zugehörigen Mailadressen hat, wird immer Spam bekommen. Niemand braucht da Daten weiter zu geben, denn die meisten Webmaster haben einen Catch-all eingerichtet, bei dem webmaster@xy.de genau so weitergeleitet wird wie bockwurst@xy.de.

Das nutzen Spammer aus und nehmen einfech die Formel irgendwas@domainname.endung und fertig ist die Spammail.

Also. Einzelne Mailadressen anlegen, möglichst nicht „info“ oder „webmaster“ oder womöglich gar den eigenen Namen, der vielleicht auch noch im impressum steht, sondern bissie kreativer sein.

Die Mailadresse der eigenen Domain sollte man nur verwenden, wenn es wirklich unumgänglich ist. Viele Freemailanbieter ermöglichen die Weiterleitung von Mails. Das sollte man nutzen und auch Bekannten nur die Freemailadressen geben. Schließlich wissen sie nicht, ob ihre liebste Freundin nicht grad ein paar böse Virenonkels auf ihrem Rechner kultiviert, die Daten klauen.

Durch eine Weiterleitung landen die Mails dann doch alle auf einer Seite und Sie können sie dort abrufen. Achtung – drücken Sie beim Antworten nicht auf „Antworten“ , sondern tragen Sie die Adresse von Hand ein, sonst liegt doch ihre korrekte Mailadresse auf gefährdetem Gebiet.

Aber auch rl möchte man manchmal einige Dinge herausfinden. z.B., wer der Mensch ist, der jede Sache, die man ihm vertraulich erzält, weiterlabbert. Erzählen sie jedem Kandidaten eine andere story. Die, die in der Öffentlichkeit auftaucht, entlarvt die Plaudertasche.

Auch bei richtigen, geschriebenen Dokumenten klappt der Trick in kleiner Abwandlung. Der Weg der verschiedensten Informationen ist auf diese Weise nachverfolgbar, was z.B. auch bei Mobbing ganz nützlich sein kann.

Wir werden heute fast minütlich mit einer gewaltigen Informationsflut überschüttet und es ist nicht ehrenrührig, zu sagen „Ich bin mir nicht 100% sicher, ob er/sie das GENAU so gesagt hat.“

Aber im Interesse einer gesunden Psyche sollten wir einen Egoraum wahren, in welchem wir uns sicher fühlen, seis im realen Leben, seis im Internet. Und es ist unser gutes Recht, da die Lieben Menschen, die gut für uns sind, von jenen zu trennen, in denen wir uns getäuscht haben.

Xela

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>